Kunsttransport

Wer Kunst kaufen oder ausstellen will, muss sie auch transportieren. Ohne Kunsttransport, möglichst einen professionellen, geht es nicht. Bewegung ist der Kunst inhärent. Der Kunstversand bzw. der Kunsttransport ist eine zentrale Aufgabe der Ausstellungsmacher sowie natürlich der Registrarinnen und Registrare.

Hier finden Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Was zeichnet einen Kunsttransport aus?
  • Welche Transportwege und -möglichkeiten gibt es?
  • Worauf muss man bei einem Kunsttransport besonders achten (Verpackung, Versicherung, Begleitung durch einen Kurier, Zoll)?
  • Wie viel kostet ein Kunsttransport?
  • Welche Unternehmen im Bereich Kunsttransporte (auch: Spezialtransporte) gibt es im deutschsprachigen Raum?

Was zeichnet einen Kunsttransport aus?

Ähnlich wie ein Möbeltransport oder auch ein Klaviertransport ist die Überstellung von Kunst (z. B. von Bildern, Objekten des Kunstgewerbes etc.) ebenfalls ein Spezialtransport, der einer sorgfältigen Vorbereitung und durchdachten Logistik bedarf.

Im Fokus steht dabei immer das Kunstwerk und dessen Sicherheit bei der Bewegung von A nach B. Um diese zu gewährleisten, ist neben der korrekten Verpackung der Einsatz von luftgefederten, klimatisierten Spezialfahrzeugen erforderlich. Diese erlauben es nämlich, Kisten und Paletten zu fixieren und Schwankungen sowie Schwingungen damit auf ein Minimum zu reduzieren, um die oft sehr fragilen Oberflächen der Kunstwerke keiner unnötigen Belastung auszusetzen.

Die Zusammenarbeit mit einer professionellen Transportfirma erleichtert die Komplexität des Transports und deren Logistik enorm. Unternehmen, die auf Kunsttransporte spezialisiert sind, wissen, wie man Kunstwerke verpackt und befördert. Arthandling ist ihr tägliches Brot. Außerdem kümmern sie sich um alle Transportformalitäten, darunter auch die Zollangelegenheiten.

Professionelle Firmen im Bereich der Kunstlogistik gehören meist einem weltweiten Kunsttransportnetzwerk an, zum Beispiel ARTIM oder ICEFAT. Diese Netzwerke haben jahre-, ja oft sogar jahrzehntelange Erfahrungen im Transportgeschäft. Sie sind Garant für eine effiziente Kommunikation und für die Anwendung der neuesten technischen Standards (auch: Sicherheitsstandards) bei der Abwicklung von nationalen und internationalen Transporten.

Transportwege und -möglichkeiten

Grundsätzlich gilt es zu unterscheiden, ob der Transport von Kunstgegenständen auf der Straße, im Luftraum oder auf See stattfindet.

Der Straßentransport

Der Straßentransport bietet die größte Flexibilität in der Auswahl des Fahrzeuges. Es gibt Autotransporte, Busse, verschiedene LKWs, und das alles mit oder ohne Anhänger. LKWs können über Hebebühnen, Klimaregulierungen oder auch spezielle Federungen verfügen. Wenn Sie einen Kunsttransport organisieren möchten, sollten Sie sich bei dem Transportunternehmen, das in Ihre engere Wahl kommt, unbedingt über die Art und Ausstattung der Fahrzeuge informieren.

Beim Straßentransport unterscheidet man zwischen Direktfahrten (mit zusätzlicher Sicherheitsbetreuung oder ohne) und Sammeltransporten. Bei Letzterem gibt es sogenannte Beiladungen. Das bedeutet: Im Zuge von einem oder mehreren Stopps werden weitere Kunstwerke in den LKW geladen.

Bei einem besonders langen Transport auf der Straße müssen Sie berücksichtigen, dass möglicherweise ein Overnight Stop notwendig ist, der Transport also über Nacht unterbrochen wird, was die Suche nach einem sicheren Ort zur Verwahrung des LKWs notwendig macht.
Bei Überlandtransporten wird das Transportunternehmen zudem ein CMR-Dokument brauchen (siehe das Registrar-ABC).

Bei einem Kunsttransport sind (im Unterschied zu einem Transport von klassischen Gütern wie Lebensmitteln oder Kleidung) immer zwei Fahrerinnen oder Fahrer notwendig. Die lenken nämlich nicht nur den LKW, sondern bringen die Kunstobjekte auch sicher in Ihre Innenräume. Sie selbst sollten dafür sorgen, dass ein erfahrenes und ausreichend großes Arthandling Team den weiteren Transport der Kunstwerke innerhalb Ihres Hauses übernimmt.

Zusammenfassende Tipps für den Straßentransport

Als Registrarin bzw. Registrar sollten Sie im Falle eines Straßentransports letztendlich folgende Punkte im Auge behalten:

  • den Fahrzeugtyp,
  • die Ausstattung des Fahrzeugs (Beladungsmöglichkeiten, Klimatisierung etc.),
  • die Transportroute,
  • die Abfahrts- und Ankunftszeit,
  • evtl. Beiladungen,
  • Möglichkeiten oder auch Schwierigkeiten bei der Anlieferung,
  • den genauen Vorgang bei der Entladung und Einbringung der Kisten in die dafür vorgesehenen Räume und
  • den Preis.

Apropos Preis: Vor allem bei Transporten mit LKWs gibt es eine große preisliche Bandbreite – vom Billigtransport bis hin zum hochspezialisierten Kunsttransport. Es ist wichtig, dass Sie sich vorab klarmachen, welche Art des Transports für das Objekt, das Sie transferieren möchten, die richtige ist. Qualitätsbewusstsein sollte hierbei an erster Stelle stehen.

Der Lufttransport

Der Luftweg wird meist für Transporte in das außereuropäische Ausland gewählt. Kleine Kunstwerke können per Luftfrachtkurier (Hand-Carry-Kurier) im Handgepäck transportiert werden – eine sichere, wenn auch nicht ganz günstige Methode, weil Personalkosten und die Kosten für das Ticket anfallen.

Große Objekte müssen im Laderaum des Flugzeugs transportiert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Passagiermaschine nur begrenzt Raum und Gewicht erlaubt und daher nicht für jeden Kunsttransport in Frage kommt. Für die Berechnung des sogenannten Volumengewichtes der Kunstsendung wenden Fluglinien übrigens eine eigene Formel an – meist nicht zum Vorteil der Kundin bzw. des Kunden. Auch hier gilt: Fragen Sie nach und sorgen Sie für Transparenz!

Mag der Transport per Flugzeug auch als relativ sicher angesehen werden, so gibt es dennoch Risiken: Das Handling am Flughafen erfolgt meist durch ungeschulte Cargo-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter und unter Zeitdruck. Wenn Sie ein fragiles Objekt per Luftfracht transportieren lassen, sollten Sie in eine gute Kunstkiste investieren und im Idealfall auf einer Supervision oder Kurierbegleitung der Kunstkiste zumindest bis zur Palettisierung (wenn es geht, bis zum Rollfeld) bestehen. Bei Objekten, die unter Temperaturschwankungen leiden können, sollten Sie eine spezielle Klimakiste für den Transport verwenden.

Für den Lufttransport benötigen Sie zudem immer ein Air Waybill (AWB), also einen Luftfrachtbrief (siehe Registrar-ABC).

Der Seeweg

Während der Seeweg für einen Möbeltransport oder Umzug aus dem Ausland oftmals eine gute Option ist, ist er für den Kunstversand nicht zu empfehlen.

Die Ausstattung der Schiffe ist sehr bescheiden. Es gibt Container zu 20 und zu 40 Fuß, allerdings können Objekte (egal, wie sie verpackt wurden) nicht fixiert werden. Unerwünschte Bewegungen sind daher an der Tagesordnung. Auch die klimatischen Bedingungen (Feuchtigkeit!) und die Transportdauer sprechen gegen einen Transport auf dem Seeweg. Zu bedenken ist auch, dass Sie keinen Einfluss darauf haben, wo der Container mit Ihrem Kunstobjekt auf dem Schiff platziert wird. Im schlimmsten Fall landet er ganz oben und ist so jeder Witterung ausgesetzt.

Manchmal ist der Seeweg trotzdem die einzige Möglichkeit, vor allem bei sperrigen Objekten und Kisten. So manche Versicherung wird allerdings davon Abstand nehmen, die Kunst auf dem Seeweg zu versichern, oder Sie wird die Kosten entsprechend erhöhen. Kurzum: Die Seefracht können wir nicht empfehlen!

Worauf ist bei einem Kunsttransport zu achten?

Wenn Sie Kunst richtig transportieren wollen, ist es hilfreich, sich den Weg des Objektes vor Augen zu führen. Überlegen Sie sich genau, welche Schritte notwendig sind, bis das Objekt tatsächlich vom derzeitigen Aufbewahrungsort bis an sein Ziel gelangt ist.

Im Vordergrund eines Kunsttransportes muss immer die Sicherheit stehen. Um diese zu gewährleisten, ist allerhand Vorbereitung nötig: die richtige Verpackung, eine passende Versicherung, das Wissen um Zollstatus und besondere Bedürfnisse der zu transportierenden Kunst. Bei einem privaten Umzug würden Sie sich womöglich eine Checkliste machen. Die empfehlen wir Ihnen auch bei einem Kunsttransport.

Eine sorgfältige Vorbereitung ist ein Muss!

Wenn Sie mit einer Spedition oder einer Kunsttransportfirma zusammenarbeiten, sollten Sie zunächst einmal darauf achten, dass Sie dem Unternehmen vorab möglichst zeitgerecht präzise Informationen liefern. Dazu gehören

  • Informationen zum Kunstwerk (Objekttyp, Größe, Material etc.),
  • Kistenmaße und
  • Fotos vom Kunstwerk sowie den Kisten.

Je präziser Ihre Angaben und Vorgaben sind, desto genauer werden auch die Angebote sein, die Sie bekommen. Um Überraschungen bei der Zahlungsregelung zu vermeiden, sollten Sie unbedingt auch das Kleingedruckte in den Offerten lesen. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach!

Kunstverpackung

Eine sorgfältige Verpackung hat bei Kunstwerken oberste Priorität, egal welche Transportform Sie wählen. Es gibt eine breite Palette an Verpackungsmöglichkeiten für Kunst. Im Idealfall sollte das Objekt in einer stabilen Kiste transportiert werden, die unnötige Bewegungen bzw. Schwingungen und große Klimaschwankungen vermeidet.

Große Kunsttransportfirmen haben hier die notwendige Erfahrung und bieten in der Regel auch ihr Know-how an, wenn es um den Bau von Kunstkisten geht (siehe den Blogbeitrag „Open This Side“).

Kunstversicherung

Die Versicherung der Kunstobjekte während eines Transportes ist ein wesentlicher Teil der Planung. Die Kunstversicherung garantiert im Ernstfall den Ersatz des finanziellen Verlustes. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie den Wert des Kunstwerkes, das Sie auf Reisen schicken, richtig einschätzen und an das Versicherungsunternehmen übermitteln.

Bei Ausstellungen werden die Versicherungsbedingungen meist im Rahmen des Leihvertrages festgelegt. Den genauen Versicherungsumfang regelt die Versicherungspolizze (Versicherungsschein). Große Museen und Auktionshäuser haben langjährige Kooperationspartner im Versicherungswesen, mit denen sie standardmäßig zusammenarbeiten. Sollte Ihre Leihpartnerin bzw. Ihr Leihpartner die Versicherungspolizze in Auftrag geben, lesen Sie sie bitte besonders sorgfältig.

Die Wahl der richtigen Kunstversicherung

Wenn Sie sich selbst um die Versicherung kümmern, können Sie frei wählen, mit welcher Versicherungsfirma Sie zusammenarbeiten. Aus Erfahrung können wir Ihnen sagen: Ein Vergleich lohnt sich! Zwar orientieren sich Versicherungen an internationalen Prämientabellen, dennoch driften die Angebote oft weit auseinander.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie bei Ihrem Vergleich den Leistungsausschlüssen der unterschiedlichen Versicherungen widmen. Eine unpassende und mangelhafte Verpackung kann beispielsweise bei einem Schadensfall dazu führen, dass die Kunstversicherung keine Ersatzzahlung leistet. Aus diesem Grund gibt es Polizzen, in denen seitens der Versicherung klare Vorgaben gemacht werden – zum Beispiel im Hinblick auf die Verpackung, die Wahl des Transportmittels und eventuell auch eine Kurierbegleitung.

Unabhängig von der Wahl der konkreten Versicherungsfirma wird für den Versand von Kunst meist eine Versicherung von „Nagel zu Nagel“ gewählt. Diese umfasst den gesamten Transportweg, also sämtliche Bewegungen des Objektes von der Abnahme im Museum bzw. der Entnahme aus dem Lager bis hin zur Installation am Ausstellungsort und wieder retour.

Eine Möglichkeit, das Thema „Versicherung“ auszulagern, ist die Zusammenarbeit mit einem Broker, der das passendste und beste Angebot im Versicherungsdschungel für Sie findet. In der Regel arbeitet ein Broker kostenfrei für die Kundin bzw. den Kunden. Ihr bzw. sein Honorar ist die Prämie, die sie bzw. er von der Versicherung erhält.

Das Zustandsprotokoll

Ein Muss ist eine genaue Dokumentation des Zustandes des Objektes. So ein Zustandsprotokoll wird vor und nach jedem Transport erstellt, um zu sehen, in wessen Verantwortungsbereich ein etwaiger Schaden fällt. Versicherungen erlauben in der Regel eine Frist von ein paar Tagen, innerhalb der das transportierte Kunstwerk nach Ankunft begutachtet und das Ergebnis dokumentiert werden muss.

Kurier: Kunst begleiten lassen

Ein Kurier, der das Kunstwerk auf dem Transport begleitet, übernimmt als Vertreter der verleihenden Institution die Aufgabe der Supervision. Diese Person kann entweder eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Institution selbst sein oder über das Kunsttransportunternehmen gebucht werden. Sofern eine Kurierbegleitung nicht durch die Versicherung vorgeschrieben ist, entscheidet die verleihende Institution nach Rücksprache mit dem Restauratorenteam und unter Abwägung der ökonomischen sowie ökologischen Faktoren über die Notwendigkeit einer Kurierbegleitung.

Bei einem Transport per LKW kann der Kurier mit im Fahrzeug sitzen. Bei einem Transport per Flugzeug verringern sich durch die Sicherheitsvorkehrungen der Flughäfen die Möglichkeiten der permanenten Begleitung. Meist endet sie bei der Übergabe des Objektes an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafens – es sei denn, das Kunstwerk ist klein und wird, wie weiter oben erklärt, vom Kurier im Handgepäck transportiert.

Voraussetzungen für die Arbeit als Kurier

Wer als Kurier unterwegs ist, trägt eine große Verantwortung: Als Vertretung des Leihgebers trifft er nämlich (auch im Notfall) alle Entscheidungen für das Kunstwerk. Das bedeutet, dass nur jemand als Kurier herangezogen werden sollte, der sich mit dem Objekt, vor allem aber mit dessen Fragilität auskennt, und weiß, wann es Schaden nehmen kann.

Ein Kurier braucht nicht nur ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, sondern auch an Selbstbewusstsein. Oft muss er rasch handeln bzw. einschreiten, wenn andere Menschen das Kunstwerk auf dem Transportweg nicht sachgemäß behandeln. Ein klares „Stop“ oder „Nein“ kann nämlich oft darüber entscheiden, ob ein Kunstwerk Schaden nimmt oder nicht. Falsche Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten kann für das Kunstwerk schlimme Folgen haben.

Ein Kurier begleitet übrigens oft nicht nur den Transport, sondern ist auch beim Ausstellungsauf- und -abbau dabei. Da er mit dem Kunstwerk gut vertraut ist, weiß er, wie es beispielsweise gehängt oder installiert werden muss, und kann andere hierbei beaufsichtigen bzw. anleiten.

Zoll und Kunstgegenstände

Der Zoll bezeichnet eine Abgabe bzw. Steuer, die bei der Einfuhr von Waren (in unserem Fall Kunst) in einen anderen Wirtschaftsraum zum Tragen kommt, ähnlich der Einfuhrumsatzsteuer.

Kunst kann aus zwei Gründen mit Zollbehörden in Kontakt kommen:

  1. Wenn Kunstgegenstände (die sich generell in freiem Verkehr befinden) ins Ausland transportiert werden, sofern es sich beim Durchreise- oder Zielland um ein Überseegebiet oder einen (Schengen-)Staat außerhalb der EU handelt. In diesem Fall benötigt der Transporteur bzw. die Spedition eine Deklarierung des mitgeführten Kunstwerkes. Das kann eine Ankaufsrechnung oder Handelsrechnung (Proforma-Rechnung) sein.
  2. Wenn Kunstwerke generell den Status einer Zollware haben. Das ist der Fall, wenn sie bislang beispielsweise nie versteuert und definitiv in ein Land eingeführt, sondern nur in einem Zollfreilager deponiert wurden. Zollwaren müssen immer von einem Zollpapier begleitet werden, unabhängig davon, ob sie innerhalb eines Landes oder ins Ausland transportiert werden. Selbst wenn es sich lediglich um einen Transport innerhalb einer Stadt handelt, sind Zollpapiere notwendig. Jede Bewegung oder auch Änderung am Objekt (dazu zählt auch die Verpackung) unterliegt der Meldepflicht an die zuständige Zollstelle.

Kunstspeditionen

Kunstspeditionen arbeiten in der Regel mit den Zollbehörden zusammen und nehmen der Kundin bzw. dem Kunden die lästige Papierarbeit rund um den Zoll ab. Dennoch bleibt die Kundin bzw. der Kunde (das Museum, das Auktionshaus etc.) die bzw. der Letztverantwortliche. Ein gutes Monitoring der jeweiligen Zollstation und ein entsprechendes Wissen um die verschiedenen Begriffe wie „Vormerkschein“, „Zollentzug“, „Grundlagenbescheid“ etc. sind daher von Vorteil.

Der Blick in die Kunstverpackung bzw. -kiste

Leider dürfen Zollbehörden an Ländergrenzen in jede Kunstkiste sehen, sofern die mitgelieferten Dokumente unzureichend sind. Sie als kunstversendende Institution haben aber die Möglichkeit, eine Kiste oder einen Container vor dem Transport vom Zoll versiegeln zu lassen, was ein Garant dafür ist, dass diese bzw. dieser erst am Ziel durch einen Zollbeamten vor Ort geöffnet wird.

Die Art der Einfuhr

Kauft oder leiht eine Institution ein Kunstwerk aus einem zollpflichtigen Land, muss sie dem Zoll melden, ob es sich um eine definitive oder eine temporäre Einfuhr handelt. Dementsprechend wird das Transportunternehmen entweder eine Zollanmeldung für die vorübergehende Verwendung oder eine definitive Einfuhr beim Zoll veranlassen. Eine weitere Aufgabe der Zollbehörden bei der Einfuhr von Kunst aus der EU ist die Erteilung eine Ausfuhrbewilligung.

Preise für Kunsttransporte

Die Vielzahl an Möglichkeiten beim Transport beeinflusst auch die Preisgestaltung der (Kunst-)Speditionen. Je nach Transportart, Verpackung, zusätzlich gebuchten Services wie Kurier, Sicherheitsbegleitung, Art Handling bei der Installation und beim Abbau von Kunstwerken bzw. Ausstellungen kann die Preisspanne innerhalb eines Unternehmens beträchtlich sein.

Zudem haben Termine einen Einfluss auf die Preise. Wenn Sie kurzfristig einen Kunsttransport brauchen, der noch dazu sehr rasch abgewickelt werden soll, kommen oft Zuschläge hinzu – und das kann teuer werden.

Haben Sie bitte auch im Auge, dass die Transportunternehmen Zeit benötigen, um Ihnen ein seriöses Angebot unterbreiten zu können. Sie müssen sich erst in Ihren „Fall“ eindenken, was abhängig von der Komplexität des Transportes mehrere Tage braucht. Zudem gibt es so etwas wie eine Hochsaison bei den klassischen Kunsttransportunternehmen, denn die Ausstellungen der großen Museen und Ausstellungshäuser beginnen meist in demselben Zeitraum im Frühjahr und Herbst. Hier gilt: First come first served!

Der Vergleich von mehreren Angeboten ist sinnvoll, aber nicht immer ganz einfach. Es zahlt sich jedenfalls aus, das Kleingedruckte zu lesen – häufig verbergen sich dort nämlich Kostenfallen, etwa variable Kosten. Daher unser Tipp: Wann immer Ihnen etwas unklar ist, suchen Sie das Gespräch mit dem Transportunternehmen. Es ist Ihr Partner, wenn Sie Kunst erfolgreich bewegen wollen!

Kunstspeditionen im deutschsprachigen Raum

Partner für einfache Transporte und für Spezialtransporte

Österreich

Deutschland

Schweiz

Weitere Fragen zum Transport von Kunst

Gibt es für den Transport von Kunst Alternativen zu den oben genannten Firmen?

Selbstverständlich kann und wird in der Praxis Kunst auch gelegentlich mit einem herkömmlichen Transportunternehmen oder sogar Kurierunternehmen bewegt, die nicht auf Kunst spezialisiert sind. Dies kann mehrere Gründe haben. Manchmal fällt die Wahl auf einen gewöhnlichen LKW, da aus konservatorischer Sicht keine Notwendigkeit für einen luftgefederten LKW besteht (beispielsweise wenn es sich um eine Soundarbeit mit kommerziellen Lautsprechern handelt, die bereits in Flightcases verpackt sind). Häufiger allerdings werden Billiganbieter aus Kostengründen gewählt. Wenngleich diese Wahl in manchen Fällen durchaus gerechtfertigt erscheint, sind die Risiken dafür realistisch abzuwägen.

Spezielles Gut verlangt nach einem Spezialtransport. Sicherheit geht vor. Versicherungen steigen bei der Wahl eines unsicheren Transportmittels unweigerlich aus. Es ist Aufgabe der Registrarin bzw. des Registrars, diese Risiken abzuschätzen. Wenngleich das Ausstellungsbudget meist in den Händen von Kuratorinnen/Kuratoren und Direktorinnen/Direktoren liegt, die erpicht darauf sind, günstig zu transportieren, muss die Registrarin bzw. der Registrar ihre bzw. seine Aufgabe wahrnehmen und über Risiken und Gefahren aufklären.

Und was ist mit der Post? Kann ich auf diesem Weg Kunst versenden?

Ja, können Sie, aber wir empfehlen es nicht. Kunstversand gehört in professionelle Hände!

Kann man Transport und Logistik auch studieren?

Wer sich intensiv mit dem Thema „Transport“ auseinandersetzen möchte, dem sei ein Studium im Bereich Transport und Logistik ans Herz gelegt. In Österreich gibt es mehrere Anbieter dazu:

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